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Unsere Stadtkirche in Emmendingen

Ein kleiner Kirchenführer zur Stadtkirche Emmendingen

Diese Kirche zählt zu den großen Bauwerken in unserer Umgebung.
Sie birgt so manches Schöne und Besondere, das es in Ruhe zu entdecken gilt.
Dieser kleine Kirchenführer möchte Ihnen beim Entdecken helfen.

360 Grad Ansicht der Kirche

Die alte alemannische Siedlung Emmendingen wird 1094 als „Anemotinga“ zum ersten Mal erwähnt. Im Jahre 1415 kam sie zur Markgrafschaft Baden. Die erste kleine Kirche wurde im Mühlburger Krieg 1424 zerstört. In den Jahren 1430 wurde eine neue größere Kirche an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Der Chorraum, der älteste und wohl auch der schönste Teil der Kirche, wurde in den Jahren 1492/93 durch den Münsterbaumeister Hans Niesenberger errichtet.

Viele hundert Jahre reichte dieser Bau für die Gemeinde, dann wurde er für die ständig zunehmende Zahl der Gemeindeglieder zu klein; und da er auch zunehmend baufällig wurde, war ein Neubau dringend nötig.

So wurde in den Jahren 1813 – 1815 an den alten Chor eine klassizistische Kirche unter der Oberaufsicht des großen badischen Baumeisters Weinbrenner angebaut.

Schon nach 40 Jahren war der Turm dieser Kirche wieder abbruchreif. So baute man in den Jahren 1858 – 1859 anstelle des klassizistischen Turmes nun einen Ersatz im neugotischen Stil, während zwischen neuem Turm und altem Chor der Kirchenraum nur unwesentlich umgestaltet wurde.

Bald regte sich jedoch in der Gemeinde die Empfindung, „dass das bestehende Kirchengebäude dem feineren Geschmack der Zeit nicht mehr entspräche“ [aus der Einweihungsschrift 1905]. In den Jahren 1903 – 1905 wurde deshalb das alte Langhaus abgerissen und zwischen Turm und dem Chor nun ebenfalls im neugotischen Stil ein kreuzförmiges größeres Langhaus gebaut und mit einer Flachdecke versehen. Seitdem präsentiert sich unsere Kirche weitgehend unverändert dem Besucher.

Das älteste Ausstattungsstück der Kirche ist der aussagekräftige spätgotische Kruzifixus aus dem 15. Jahrhundert.

Beachtenswert ist auch der Schlussstein des Chorgewölbes mit dem Wappen der Markgrafschaft von Baden-Hachberg [die roten und silbernen Würfel stammen aus dem Wappen der Grafschaft Sponheim, die im Jahre 1437 zum Teil in badischen Besitz überging].

Das große Renaissance-Reliefbild von Markgraf Karl II. [1553-1577] schmückte ursprünglich den Eingang der Hochburg, in dessen Trümmern es um 1740 entdeckt wurde. Nach der Renovierung durch den Barockbildhauer Wenzinger wurde es 1749 an seine jetzige Stelle gebracht.

Die Fenster des Chores zeigen Szenen aus dem Leben Jesu: Die Auferweckung des Jünglings von Naim, die Kindersegnung und die Weihnachtsgeschichte. Alle drei stammen aus den Jahren 1904 – 1912, gespendet von Emmendinger Bürgern.

Das Gestühl, der Altar, der Taufstein und die Kanzel sind im typisch neugotischen Stil der Jahre vor
dem 1. Weltkrieg gestaltet.

Die großflächige und doch lebhaft bemalte Kirchendecke aus dem Jahr 1905 zeigt in der Mitte das Sinnbild des Heiligen Geistes, die Taube, und in den vier Ecken Engelsköpfe.

Die Orgel wurde 1988 von der Orgelbauanstalt Peter Vier in Oberweier gebaut. Sie hat drei Manuale und ein Pedalwerk mit zusammen 37 vollmechanischen Registern. In Anlehnung an die Orgelbautraditionen am Oberrhein ist die Orgel barocken Klangempfinden verpflichtet. Sie ist aber auch für die Aufführung romantischer und moderner Werke geeignet.

Der Orgelprospekt passt sich gut mit seinen neugotischen Formelelementen den Stilformen der Kirche an.

Die Grabdenkmäler im Chorraum der Kirche

Rudolph, Markgraf von Baden und Hachberg
* 6. Januar 1602, + 31. Mai 1603, siebtes Kind des Markgrafen Georg Friedrich

Otto Wilhelm von Dungern
Herr zu Weiher; * Worms 15. Juli 1663, + Weiherschloß 17. Dezember 1723;
1698 – 1723 Geheimer Rat, Landvogt und Forstmeister der Markgrafschaft Hachberg

Ruprecht Castner von Unter-Schneitenbach
(Schnaittenbach/Oberpfalz); in der Elz ertrunken am 8. Januar 1599;
Markgräflicher Kammerjunker auf Schloß Hachberg

Marzell Dietrich von Schankwitz
* 1500, + Emmendingen 5. Oktober 1565; Geheimer Rat, Kriegsoberst und oberster
Feldzeugmeister des Markgrafen Karl II. von Baden und Hachberg

Magister Johannes Nisäus
* Augsburg 1527, + Emmendingen 19. April 1599; 1570 – 1599 Stadtpfarrer in Emmendingen und Spezial-Superintendent der Markgrafschaft Hachberg; maßgeblich am Aufbau der evangelischen Kirche im Hochburger Land beteiligt; Teilnehmer des ,,Emmendinger Religionsgesprächs“ von 1590

Philipp, Markgraf von Baden und Hachberg
* 30. Dezember 1587, + 14. März 1596; viertes Kind des Markgrafen Georg Friedrich

Bernhard Benjamin Wendehut
* Nieder-Domheim bei Arnstadt/Thüringen 1689, + Emmendingen 4. Februar 1727;
1718 – 1726 Stadtschreiber und Oberwaisenpfleger in Emmendingen

Christian Rabus
* Ravensburg/Kraichgau 23. Dezember 1641, + Emmendingen 1. April 1717;
Markgräflicher Kammer- und Deputationsrat in Durlach; Vater des Emmendinger Stadtpfarrers und Spezial-Superintendenten Christian Rabus (1669 – 1716)

Ernst Carolus, Markgraf von Baden und Hachberg
* 11. Juni 1588, + 19. September 1588; ältester Sohn des Markgrafen Jacob III.

Philipp, Markgraf von Baden und Hachberg
15. August 1567, + 6. November 1620; dritter Sohn des Markgrafen Christoph II; wurde wegen seiner feindseligen Gesinnung gegen den Markgrafen Georg Friedrich bis zu seinem Tod auf dem Schloß Hachberg gefangen gehalten

Juliana, Markgräfin von Baden und Hachberg
* 2. Dezember 1599, + Ende August 1600; sechstes Kind des Markgrafen Georg Friedrich

Kirchenführer als Booklet

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